Die Polsterwerkstatt:       Polsterei         Bootspolsterei          Möbelstoffe

Einblicke

Die Polsterwerkstatt

Ein Einblick in
das Handwerk

Hier stellen wir Ihnen das Innenleben handgeschnürter Sitzmöbel vor, und wie aus alt wieder neu wird.
Restaurierung

Aus alt wird 'wie neu' oder auch 'modern' - ganz wie Sie es wollen. Ich biete Ihnen eine fachkundige Beratung und professionelle Aufarbeitung Ihrer Sitzmöbel und Polsterauflagen. Wählen Sie Ihren Lieblingsstoff aus einer großen Auswahl an Stoff- und Leder-Kollektionen.
  • Restaurierung von Sitzmöbeln: Sofas, Sessel, Stühle, lose Kissen
  • Neubezug und Neuanfertigung von Bootspolstern
  • Neubezug von Motoradbänken
  • Reparaturen
Gelernt ist gelernt: Ich habe das Handwerk des Polsterers (heute ein Teil des Raumausstatter-Handwerks, früher "Sattler") von der Pike auf gelernt und eine langjährige Erfahrung bei der Restaurierung von Sitzmöbeln.
Schauen Sie mir doch einfach mal beim Restaurieren eines schönen alten Sessels über die Schultern :

 Das Hartholzgestell nach dem "Abschlagen"

Auf ein Gestell aus Hartholz (meistens Buche- bei sichtbaren Holzteilen aber auch Kirsche, Eiche, Teak und andere - werden kreuzweise Gurte gespannt und mit Gurtnägeln befestigt. Auf diese Gurte werden Sprungfederngenäht. Um diesen Federn Halt zu geben, werden sie miteinander verschnürt. Mittels verschiedener Knotenarten (Knoten, Schlinge, Bohne, Doppelbohne) werden die Sprungfedern in die Form gebracht, die dem späteren Möbel entspricht. Interessant ist hier, dass die Federn nicht senkrecht stehen. Sie werden so ausgerichtet, dass die "beim Sitzen", also beim Niederdrücken die senkrechte Stellung einnehmen und so höchsten Sitzkomfort ermöglichen. Diese Technik ist der heutigen (Federkern) weit überlegen, wird jedoch ausschließlich in Handarbeit ausgeführt und wird deshalb heute bei der Herstellung industrieller Möbel (leider) nicht mehr berücksichtigt. 

Die fertige Sitz-Schnürung 

Auf diese Sprungfederkonstruktion wird nun ein Bezug aus Jutegewebe (Federleinen/hessian-bugging, Panamabindig) aufgebracht. Dieses Gewebe wird am Holzgestell festgenagelt. Um Reibung - und somit vorschnellen Verschleiß - zu vermeiden, wird dieses Gewebe an den Federn festgenäht. Auf dieses Gewebe wird nun ein lockeres Material aus Afrik (Palmfasern) oder Kokosfasern aufgebracht und gleichmäßig miteinander verzupft. Um den Auftrag des Materials zu erleichtern wird ein Lassierstich angewandt, hierbei entstehen"Fächer" in denen das Füllmaterial eingebracht wird. Es folgt eine weitere Lage eines Jutegewebes. Das Fassonleinen ist ein geschmeidiges, grob-gewebtes Leinen, welches sich hervorragend an die gewünschte Form anpasst ohne Falten zu schlagen. Dieses wird nun "garniert". Das heißt, dass das Füllmaterial mit einer speziellen Handnähtechnik in Form gebracht wird.

 Die Fasson

Das Ergebnis ist die "Fasson" (franz. Form). Die endgültige Form des Polstermöbels ist nun fertig gestellt. Um den Sitzkomfort weiter zu erhöhen, folgt nun eine weitere lose Schicht aus Rosshaar oder Elancrin (veredelte Kokosfaser), Pikierung genannt, die ebenfalls gleichmäßig verzupft wird. Den Abschluss bildet eine Lage weiche Polsterwatte (besteht aus gereinigter, danngeschredderte Altkleidung, Wolle und verschiedenen Tierhaaren). Empfehlenswert ist es, vor dem Aufziehen des Möbelstoffes einen Weißbezug auszuführen. Dieser wird mit Nessel (leinenbindiger Baumwollstoff) ausgeführt. Vorteil ist hierbei das man die Form des Sitzes schon schön ausarbeiten kann, zudem erleichtert er auch das Ausstecken (Heften) desBezugsstoffes. Weiterhin verlängert dieser auch nicht unwesentlich die Haltbarkeit des Bezugstoffes. Bei ganz feinen Stoffen wie z.B. Damasten oder Brokaten ist der Weißbezug sogar dringend zu empfehlen. Nun fehlt nur noch der Bezug aus einem Möbelstoff. Dieser Bezug wird - je nach Möbelform - angenagelt/getackert und / oder angenäht. Die Seiten des Stücks (Armlehnen/Rücken) werden mit Polsterpappe in Form gebracht. Auch hier folgt ein Stoffbezug, die so genannten Spannteile. Stellen, an denen mehrere Stücke Stoff miteinander vernäht werden müssen, werden durch Posamenten, z.B. Kordeln, Keder o.ä verziert. 

Der fertige Sessel

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